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Malteser Krefeld

Chronik

Die Anfänge

Der Aufbau des Malteser Hilfsdienst in Krefeld begann mit der Planung einer Alpentour. Martin Landmesser war Führer einer CAJ-Bergsteiger-Gruppe aus der Pfarre St. Anna bei Inrath. Die Frage, wie denn bei einem eventuellen Unfall dem Verletzten geholfen werden könnte, löste eigentlich den Wunsch aus nach einer Erste-Hilfe-Ausbildung.

Der erste MHD-Kursus fand im März 1957 unter Leitung des Ausbilders und Diözesanbeauftragten des MHD, Willi Jansen, statt. Dies war die Geburtsstunde des MHD Krefeld. Mit großem Engagement machte die Bergsteiger-Gruppe die Ausbildung zur ersten MHD-Einsatzgruppe mit.

Am Gründonnerstag, 19. April 1957, war dann der erste Einsatz. Die Krefelder Malteser begleiteten die Fußprozession nach Kevelaer, der begleitende Arzt war Dr. Kämmerich. Die junge Malteser-Gruppe war damals zu Stelle, als 1957 auf dem Kitzsteinhorn zum 50. Geburtstag der Krefelder Hütte das gewaltige Gipfelkreuz von den Arbeitern des Kapruner Stauwerks zum Gedächtnis der verunglückten Arbeiter aufgerichtet wurde. So trifft es sich, dass am 100. Geburtstag der Krefelder Hütte der Krefelder MHD 50 Jahre alt wird.


Natürlich stehen noch weitere Sichtweisen zur Genesis des MHD Krefeld zur Diskussion, aber die oben beschriebene darf als die wahrscheinlichste gelten, stammt sie doch von Martin Landmesser, einem Mann der ersten Stunde und erster Stadtbeauftragter der Malteser Krefeld.

Stetige Zunahme der Dienste

Die Fußwallfahrt nach Kevelaer 1957 war der erste Einsatz, damals noch mit wenigen geliehenen Uniformen und Sanitätstaschen - lediglich eine Sanitätskiste war Eigentum des MHD Krefeld.

1958 folgte der Einsatz beim Katholikentag im Olympiastadion in Berlin. 1959 konnte man den ersten Krankenwagen ankaufen. Es ging stetig aufwärts. Beim Eucharistischen Weltkongress 1960 in München war man gefragt. 1962 fand ein Katholikentag in München statt; die Krefelder Malteser waren auch dort im Einsatz.

Allmählich setzte sich der MHD auch im Bewusstsein und in den Köpfen der Krefelder Bevölkerung fest. Ebenfalls seit 1962 werden beim MHD Krefeld Schwesternhelferinnenkurse durchgeführt.


Ab Mitte der 1960er Jahre engagieren sich die Malteser verstärkt im Katastrophenschutz im Bereich Sanitätsdienst, später auch im ABC-Dienst sowie bei der Trinkwasseraufbereitung. Im Jahre 1971 waren die Malteser beim Krefelder Wandertag gefragt, an dem über 15000 Menschen teilnahmen. Die organisatorische Leistung der Malteser forderte Respekt ab.


Wegen der selbstlosen Präsenz der Malteser, die schon in diesem Jahr nur schwerlich aus dem Stadtgeschehen wegzudenken war, konnten vermehrt Spenden verbucht werden, so dass schon 1974 ein zweiter Krankenwagen angeschafft werden konnte.

Vom Ehrenamt zum Hauptamt

Am 1. Januar 1980 wurde der MHD mit der Rettungswache in Fischeln am Rettungsdienst und Krankentransport der Stadt beteiligt. Nur ein Jahr später, am 1. Januar 1981, wurde die Rettungswache Krefeld Nord-West eröffnet, zuerst am Baackeshof, später für einige Monate unbürokratisch in der Kaserne der Britischen Rheinarmee auf der Kempener Allee, anschließend in einem neuen Containerbau an der Girmesgath und jetzt im Gebäude der Polizeiwache an der Westparkstraße. Dann ging es Schlag auf Schlag.


Im Jahre 1985 wurde man bei einem Lehrgang der Katastrophenschutzschule in Bad Neuenahr nachhaltig auf den Krefelder MHD aufmerksam. Denn er stellte ein Arbeitsprojekt vor, das seinesgleichen suchen sollte: Dekontamination, Messverfahren zur Feststellung giftiger Chemikalien sowie praktische Behandlungsmethoden.

Große Veränderungen in den 1990er Jahren

Seit Ende der 1990 Jahre richten die Krefelder Malteser einen monatlich stattfindenden Mittagstisch im Kloster der Franziskanerinnen am Jungfernweg mit gemütlichem Zusammensitzen ein, kurz auch „Klosteressen“ genannt. Mittlerweile trifft sich dort ein fester Stamm von ca. 50 Teilnehmern.


1993 kam es zur Gründung der Sondereinsatzgruppe Rettungsdienst (SEG) als Bestandteil des regionalen Sanitätszuges. Katholikentag in Dresden 1994: Der MHD Krefeld war mit einem ABC-Zug im Einsatz, der seit 1971 kontinuierlich aufgebaut war, außerdem fand eine Betreuung der hygienischen Einrichtungen statt.

Am 1. Oktober 1994 wurde die Liegenschaft Obergath 33 gekauft. Die Aufnahme des Dienstbetriebes erfolgte dort am 1. Januar 1995, begonnen hatte es einmal am Hohen Dyk, in Liebfrauen, am Bleichpfad, an der Petersstr.  Das 40-jährige Jubiläum konnte am 15. Juni 1997 begangen werden.

Die vergangenen 10 Jahre

Neben der rettungsdienstlichen Betreuung auf Krefelder Veranstaltungen waren die Malteser 2000 mit einem Behandlungsplatz der Sondereinsatzgruppe Rettungsdienst bei der Tankerhavarie vor Bayer dabei. Am 15. August 2001 wurde die einzige staatlich anerkannte Rettungsassistentenschule in Krefeld unter der Leitung des MHD eröffnet.

 In den folgenden Jahren wurden mehrere Schulungen von Rettungsassistenten, Rettungssanitätern und Rettungshelfern durchgeführt. Auch die Qualifizierung von Führungskräften gehört zu diesen Aufgaben wie auch die Schulung von Mitarbeitern in Firmen im Rahmen der Betriebssanitäterausbildung wurden in die Wege geleitet.


Ab 2001 wurden folgende Aktionen durchgeführt: Hospiz- und Besuchsdienste, Behindertentransporte, Malteser Mittagstisch. Das Medi-Mobil, 2001 gegründet, wird seit 2003 von Maltesern und DRK unter der gemeinsamen Trägerschaft von Diakonie und Caritas durchgeführt. Diese Einrichtung ist ein medizinischer Hilfsdienst für Wohnungslose in Krefeld, kostenlos und ohne Formalitäten, jede Woche an einem festgesetzten Tag an gleicher Stelle als Anlaufstelle eingerichtet. Im Jahre 2004 stiftete der MHD einen gebrauchten Rettungswagen als neues Medi-Mobil.


Säureunfall in der Firma Siempelkamp 2004: Der MHD rückte mit seinem ABC-Dienst aus. Die Dekontaminierung (Entgiftung) wurde erfolgreich durchgeführt. Wenige Tage vorher gab es einen ähnlichen Einsatz auf dem ehemaligen „Granini-Gelände“.


Im gleichen Jahr richtete der MHD den Besuchs- und Begleitdienst (BBD) ein. Der Begleitdient betreut mit seinen Helferinnen und Helfern über 20 meist ältere Mitbürger.
Im Jahr 2006 hilft der ABC-Zug mit seinem Hygienemodul beim Katholikentag in Saarbrücken. Bei der im gleichen Jahr stattfindenden Fußballweltmeisterschaft kommt der MHD Krefeld in Gelsenkirchen und Dortmund mit einem Behandlungsplatz zum Einsatz.


Seit Jahren ist ein Einsatzschwerpunkt der Krefelder Malteser bei Veranstaltungen im Seidenweberhaus und im KönigPalast. In Zusammenarbeit mit dem DRK werden Großveranstaltungen in Krefeld wie zum Beispiel „Die größte Straßenmodenschau der Welt“ oder „Rennbahntage“ auf der Galopprennbahn im Stadtwald sanitätsdienstlich begleitet.


Am 25. August 2007 schließlich konnte der Malteser Hilfsdienst e.V. Krefeld sein 50-jähriges Bestehen mit einer Feststunde im Campus Fichtenhain begehen. Der Gottesdienst wurde von Domkapitular Heiner Schmitz gehalten, Grußredner waren der Oberbürgermeister Gregor Kathstede und der Geschäftsführende Präsident der Malteser, Johannes Freiherr Heereman. Der ehemalige Staatssekretär Willy Wimmer MdB hielt eine Festansprache zu dem Thema „Ehrenamt und Gefahrenabwehr – eine Aufgabe auch für die Malteser“. Das weitere Programm wurde von Lothar Berres, einem Mann der ersten Stunde, und dem Stadtbeauftragten Stefan Kronsbein gestaltet.

...auch im Ausland aktiv

Ab 1988 wurde der Aktionsradius auch in das Ausland verlegt:

  • 1988: Hilfsgütertransport nach Polen
  • 1990/1991: drei Hilfsgütertransporte nach Rumänien
  • 1990/1991: drei Hilfsgütertransporte für Uljanowsk/Russland
  • 1991: Hilfsgütertransport in das türkisch-irakische Grenzgebiet, unter anderem Lieferung einer Trinkwasseraufbereitungsanlage
  • 1994: Lieferung einer Trinkwasseraufbereitungsanlage in das Grenzgebiet von Zaire, Region Bukavu, und Ruanda, Afrika. Der Transport wurde von der Royal Air Force durchgeführt, insgesamt wurden 8 Millionen Liter Trinkwasser hergestellt.
  • 1996: Neuer Einsatz nach Ruanda
  • 1999: Unterstützung in Albanien, Region Skodra
  • 2002: Unterstützung in Zaire wegen Ausbruch eines Vulkans
  • 2003: Eine weitere Hilfe für den Irak mit Antibiotika, Medikamenten und zwei Trinkwasseraufbereitungsanlagen

heute

Aus der kleinen Einheit von 1957 ist nach 55 Jahren eine große Gemeinschaft mit vielen unterschiedlichen Diensten geworden. Begonnen hatte man mit einer Sanitätskiste, heute verfügt der MHD Krefeld über einen großen Fuhrpark mit modernsten Fahrzeugen. Die Ehrenamtlichen leisten allein in den knapp 200 Sanitätsdiensten jährlich mehr als 5.000 Dienststunden. Hierbei sind Materialerhaltungs- und Bewegungsfahrtstunden noch nicht enthalten.

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE31370601201201201477  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7